BYD Seal U-DMi - erster Fahrbericht

Hintergrund - warum ein BYD?

Irgendwann Ende Februar 2026 sah ich, daß ganz in der Nähe auf meinem täglichen Weg zur Arbeitsstätte ein Autohändler ist, der seit neuestem auch BYD-Fahrzeuge verkauft. Da war ich neugierig und schaute mal vorbei. Sehr beeindruckend, diese Plug-in-Hybrid-Autos! Viel besser als die Technologien der vergangenen Jahre, mit langer Laufleistung pro Tank - etwa 1000 km, u dennoch starker Beteiligung des Elektromotors. Ideal für meine Langstreckenfahrten. 

Ich hatte allerdings eine Randbedingung: ich brauchte einen Allradantrieb. Im Winter in der Schweiz würde ich mich nicht auf den Frontantrieb meines Toyota Corolla verlassen, der mir bis jetzt 7 Jahre lang ohne Probleme Dienst geleistet hatte. 

Und bei BYD kamen dann nur ganz wenige Fahrzeuge in Frage - eigentlich nur der BYD Seal U DM-i. Ich begann eine Aufstellung sämtlicher allrad-getriebener Fahrzeuge mit bestimmten Features: Glaspanoramadach und ein gutes Audio-System - und alle hatten so einen Preis ab €50.000 . Das war mir zu viel. Der Seal kostete - nach dem großzügigen Preisnachlass von €10.000 - knapp €38.000.

Und so bestellte ich Anfang März diesen BYD.

Am 8.Juni war er da, und ich holte ihn ab.


Erste Eindrücke

Seitdem bin ich bereits über 6000 km gefahren. Daher denke ich, ich kann jetzt einen ersten Fahrbericht über dieses Fahrzeug geben.

Gegenüber chinesischen Fahrzeugen gab es von vielen Leuten - insbesondere bei deutschen Autoherstellern - Vorbehalte: schlechte Verarbeitung, doofes Design, reparaturanfällig. Letzteres kann ich noch nicht beurteilen, wohl erst in ein paar Jahren - aber es gibt da eine langjährige Garantie auf Fahrzeug und Batterie. Die anderen 2 Punkte - nein, die stimmen absolut nicht. Dieser BYD Seal schaut irgendwie ähnlich aus wie ein Porsche SUV. Garnicht so schlecht, recht elegant. Man sieht ihm nicht die chinesische Herkunft an, oder wenn, dann nur in kleinen Details. Verarbeitung - super! Die in DE so wichtigen "Spaltmaße" sind OK. Das Leder im Innern ist einwandfrei vernäht. Also eine Top-Qualität!

Auch meine Kollegen waren beeindruckt, als ich Ihnen das Fahrzeug zeigte. Da muss sich die deutsche Automobil-Industrie was einfallen lassen, um damit zu konkurrieren!

Hier ein paar Snapshots vom Reisen mit dem BYD.





Fahren mit dem BYD

Das Auto fährt sich super smooth. Wenn die relativ kleine (18,3 kWh) Batterie voll ist, dann fährt das Fahrzeug im Elektromodus. Ich komme dabei auf 17,0 kWh pro 100 km - offiziell angegeben sind 20 kWh/100km. Ich kann mit einer Batterieladung etwa 100 km fahren - das ist nicht schlecht.

Ich lade die Batterie nach jeder Fahrt auf, damit ich immer 100% habe und damit die volle Reserve.


Wenn die Batterie unter etwa 40% sinkt, schaltet der Antrieb um auf HEV - Hybrid EV. Dabei schaltet sich der Verbrennermotor ein und erzeugt über einen Generator  Strom, der in der Batterie gespeichert wird, die sich dabei wieder ein wenig auflädt oder auch gleich den Strom für den Antrieb verbraucht. Wenn ich mehr auf das Pedal trete, dann steigt auch der Stromverbrauch (kann beim Überholen schnell 100 kW sein), und dann dreht auch der Benzinmotor höher, um die geforderte Elektroleistung bereitzustellen.

Das Umschalten zwischen den Modi geschieht automatisch, und man merkt zunächst garnicht, daß der Benzinmotor an ist - lediglich an der Anzeige der Tank-Restreichweite, die bei Benzinverbrauch stetig sinkt, sieht man, daß der Motor an ist.

Im Allgemeinen bin ich sehr zufrieden mit diesem Fahrzeug. Viele Extras sind hier standardmäßig dabei, z.B. die belüfteten Sitze.

Ein paar Kritikpunkte

Aber ein paar Kleinigkeiten gibt es zu bemängeln:

  • Ich hab noch kein Fahrzeug-Handbuch. Muss ich mal beim Händler nachfragen, ob das dort ist - im Fahrzeug war keines.
  • Das Audio-System ist prima, klingt gut. Schade, daß sich der Player nicht merkt, was man beim letzten Mal gehört hat - in der Musik-Library auf meiner SD-Karte wird dann jedesmal von ganz vorne angefangen, und ich muss wieder neu suchen, was ich hören möchte.
  • Die Sitze sind irgendwie stark gebogen - man kann nicht gerade sitzen, sondern sitzt immer leicht gekrümmt. Die Kopfstütze ist fest im Sitz verbaut und nicht verstellbar. Es ist i.A. bequem zu sitzen, aber ich hätte doch lieber, wenn die Sitze etwas gerader wären.
  • Der Blinker-Sound (Klicken) teilt sich den Soundgenerator mit anderen Warnsignalen. Wenn ich wieder mal zu schnell fahre und die Geschwindigkeits-Warnhupe ertönt, dann verstummt das elektronisch generierte Blinkergeräusch. Das ist etwas ungewohnt.
  • Der Elektro-Ladestecker verriegelt sich während der Aufladung. Wenn die Batterie aufgeladen ist, dann bleibt er verriegelt. Ich habe noch keine richtige Methode gefunden, um diese Verriegelung zu lösen. Türen öffnen, Auto einschalten. Irgendwann scheint sich dann nach einiger Zeit diese Verriegelung zu lösen. Sie öffnet sich auf jeden Fall, wenn man das Stromkabel zieht. Aber man soll ja zuerst den Stecker aus dem Auto ziehen und erst dann die externe Stromversorgung abschalten. ...
  • Mir erscheint es, als ob beim Gas-Geben es etwa 0,3 bis 0,5 Sekunden dauert, bis der Antrieb anspricht. Ist OK, aber erstmal etwas ungewohnt.
  • Es gibt da eine Kindersicherung, die stellt fest, ob man nach Verlassen des Fahrzeuges noch Kinder im Auto läßt. Wenn das System also Leben entdeckt, dann geht die Hupe an. Das ist nervig, denn die geht immer an, wenn ich meine Katzen im Auto lasse. Man mus das jedesmal vor dem Aussteigen ausschalten - beim nächsten Türöffnen schaltet sich das wieder ein. Man kann diese Warnung nicht permanent ausschalten.

Fazit

Aber das sind nur Kleinigkeiten. Das Auto fährt sich sehr bequem und wirtschaftlich. Benzin-Verbrauch ist im Durchschnitt bei 6.0 l/100km, aber das könnte noch besser werden, denn ich bin kürzlich mal mit etwas höherer Geschwindigkeit auf der Autobahn gefahren (etwas 150 km/h), und das schlägt sich gleich auf den Verbrauch nieder.

Die Kosten: bei 30 Cent pro kWh Haushaltsstrom zahle ich bis zu 6€ pro 100 km (unter der Annahme von 20 kWh/100km Verbrauch). Benzinkosten sind 13 € pro 100 km, bei den derzeitigen Preisen von über 2 € pro Liter und etwa 6 l/100km. 

Dieser BYD ist für mich ein sehr vernünftiges kostensparendes Auto. Bin mal gespannt, wie die Fahrleistungen im Winter bei Schnee werden! 

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